© Michael Unruh

Traditio­nelles
Taekwon-Do

Taekwon-Do

Eine Kampfkunst aus Korea

Taekwon-Do ist ein waffenloser Selbstverteidigungssport aus Korea. Dabei geht es vor allem um Schnelligkeit, Beweglichkeit und Präzision. Mindestens genauso wichtig sind Disziplin, Respekt und Mitgefühl gegenüber anderen sowie die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Körper und Geist sollen im Einklang sein.

Im Vergleich zu anderen Kampfsportarten spielen Beintechniken eine besonders große Rolle. Traditionelles Taekwon-Do wird außerdem völlig kontaktlos ausgeführt um Verletzungen zu vermeiden.

Warum traditionelles Taekwon-Do?

Über das Taekwon-Do von Kwon Jae-Hwa

Der Name Taekwon-Do setzt sich aus den Worten Fuß (tae), Hand (kwon) und den Weg (do) zusammen. Die letzte Silbe beschreibt hierbei in erster Linie das Streben nach Vollkommenheit sowie Einklang von Körper und Geist. Kwon Jae-Hwa lehrt Taekwon-Do in seiner ursprünglichsten Form. Zum Beispiel wird ohne Kontakt gekämpft, um Verletzungen zu vermeiden.

We do not have to prove to people how strong we are – our goal is to continue to become more powerful. And when we become strong we should live humbly, directing our power towards helping the weak. To become champions of justice, our spirits must be indomitableand this we should never forget.

Großmeister Kwon Jae-Hwa
Traditionelles Taekwon-Do

Geschichte

Chronologie des Taekwon-Do
Obwohl Korea eine lange Kampf­kunst­tradition hat, wurde Taekwon-Do erst Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem japanischen Karate entwickelt. Taekwon-Do in seiner heutigen Form wurde von General Choi Hong-hi geprägt. Einer seiner Schüler, Großmeister Kwon Jae-Hwa, kam 1965 als Teil eines Demonstrationsteams nach Europa. Auf diese Weise kam Taekwon-Do nach Deutschland.
Das Taekwon-Do Goodwill Team in München 1965
Geschichte

6. Jhdt. n. Chr.

Taekyon und die Gründung des Hwarang-Do

Die koreanische Halbinsel ist in den ersten Jahrhunderten nach Christus in die drei Königkreiche Goguryeo, Baekje und Silla aufgeteilt. Zwischen dem größeren Goguryeo und den beiden kleineren Ländern kommt es immer wieder zu Konflikten. Um gegen die Bedrohung aus dem Norden gewappnet zu sein, werden in Silla Kampfkünste wie Taekyon bzw. Subak praktiziert. Im 6. Jahrhundert wird die Jugendorganisation Hwarang-Do gegründet, in der ausgewählte junge Männer zu elitären Kampf­künstlern ausgebildet werden. Durch die Ver­bündung mit der chinesischen Tan-Dynastie, kann Silla schließlich Baekje und Goguryeo besiegen.

1910 – 1945

Japanische Besetzung Koreas

1910 wird Korea vom Japanischen Kaiserreich besetzt. Das Praktizieren von koreanischen Kampfkünsten wird verboten. In dieser Zeit wird das Taekyon nur im Verborgenen ausgeübt. Viele Koreaner gehen ins Exil. Nach Ende des zweiten Weltkriegs und der japanischen Besatzung kehren sie zurück und bringen Techniken aus in Japan und China erlernten Kampfkünsten mit.

1945 – 1965

Entwicklung des Taekwon-Do durch General Choi Hong-hi

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs bringt Choi Hong-hi Soldaten in der koreanischen Armee Shotokan Karate bei. Bald beginnt er jedoch aus den traditionellen koreanischen Kampfkünsten und Karate eine neue Kampfkunst zu entwickeln – Taekwon-Do. Inzwischen ist Choi Hong-hi zum General aufgestiegen und sorgt dafür, dass Taekwon-Do ins militärische Ausbildungsprogramm aufgenommen wird.

1965

Entsendung von Kwon Jae-hwa nach Europa

Um Taekwon-Do außerhalb von Korea zu verbreiten, reisen ab 1964 Delegationen von Dan-Trägern erst innerhalb Asiens und später auch nach Europa, Amerika und den mittleren Osten. Kwon Jae-hwa kommt 1965 als Mitglied eines sechsköpfigen Demonstrationsteams unter der Leitung von General Choi Hong-hi nach Deutschland.

1966

Gründung der International Taekwondo Federation

Nach der weltweiten Verbreitung des Taekwondo wird in Seoul die International Taekwondo Federation (ITF) gegründet. General Choi Hong-hi wird ihr erster Präsident, und bleibt bis zu seinem Tod 2003 im Amt.

1966

Taekwon-Do in Deutschland

1966 wird Kwon Jae-hwa Cheftrainer des neu gegründeten Deutschen Taekwondo-Verbandes. 1972 wird er dann auch offizieller Taekwondo-Bundestrainer im Deutschen Judobund.

1973

Gründung der World Taekwondo Federation

Am 28. Mai 1973 wird die WTF in Seoul gegründet. Ihre wettkampforientierte Philosophie versteht Taekwondo mehr als Kampfsport und weniger als Kampfkunst. Aus diesem Grund wendet sich Kwon Jae-hwa von dem Verband ab.

Kwon betont den Aspekt der geistigen Entwicklung. Das Streben nach Vervollkommnung von Idee, Form und Technik stehen im Mittelpunkt. Daher favorisiert er die Schreibweise Taekwon-Do, bei der das Do, also der Weg, besonders betont wird.

ab 1973

Kwon Jae-hwa unterrichtet Taekwon-Do in New York, USA

Nachdem Kwon Jae-hwa seine Prüfung zum 7. Dan absolviert hat, siedelt er in die USA über. In New York unterrichtet er weiter traditionelles Taekwon-Do und empfängt durchgehend internationale Delegationen.

Er reist auch weiterhin regelmäßig nach Deutschland für Lehrgänge und Trainingseinheiten. Später zieht er nach Portland, Oregon.

2013

Ende der Verbandsarbeit von Kwon Jae-hwa in Deutschland

Nach seiner langen Karriere und der Gründung zahlreicher Taekwon-Do Schulen beendet Großmeister Kwon Jae-hwa seine direkte Arbeit in Deutschland. Seine höchsten Dan-Träger, darunter Michael Unruh (7. Dan) tragen sein Erbe weiter und bleiben weiterhin in engem Kontakt mit Kwon. Michael Unruh vereinigt mehrere Schulen in dem Verband Taekwon-Do Nord.

2015

50 Jahre Taekwon-Do in Europa

2015 wird das 50-jährige Jubileum der Einführung des Taekwon-Do in Europa gefeiert. Zu diesem Anlass kommt Großmeister Kwon Jae-hwa ein letztes Mal nach Deutschland für eine Abschiedstournee.